Mario Party (1)

  • Mit diesem Teil von Hudson Soft hat die Mario Party-Reihe auf dem Nintendo 64 begonnen. Bereits hier gab es das bekannte System mit den Sternen, die man bei Erreichen gegen 20 Münzen eintauschen konnte. Mario, Luigi, Peach, Yoshi, Wario und Donkey Kong standen als Charaktere zur Verfügung, bei einer Rekordanzahl von 8 Spielbrettern. Wie auch in späteren Teilen wurde auch hier nach jeder Runde eines der 54 Minispiele gespielt (am Ende einer Runde waren dies entweder Vier-Spieler, 1vs3- oder 2vs2-Minispiele). Im Gegensatz zu späteren Mario Partys konnte man in diesem Teil auch bei manchen üblichen Minispielen am Ende der Runde Münzen verlieren. Im Minispiel Großes Münzprügeln etwa konnte der Einzelspieler gar nichts gewinnen, die anderen drei Spieler hingegen hatten die Aufgabe, ihm so viele Münzen wie möglich abzunehmen. Auf dem Brett gibt es die bekannten blauen und roten Felder sowie die Ereignis- und Bowser-Felder (letzterer ist in dem Teil übrigens irgendwie gemeiner als in vielen späteren...). Auch ein Chance Time-Feld gibt es. Einzigartig für diesen Teil sind das Minispiel-Feld, das ein Einzelspieler-Minispiel auslöst, sowie ein Pilz-Feld, das den Spieler entweder erneut würfeln oder die nächste Runde aussetzen lässt. Auf dem Brett gibt es noch andere Charaktere wie beispielsweise Buu Huu. Items wie in spätere Teilen gab es in diesem Spiel allerdings noch nicht. Der erste Teil ist weiterhin bekannt für die Minispiele, bei denen man möglichst schnell den Control-Stick drehen muss. Das Spiel wurde bisher übrigens offiziell ausschließlich auf dem Nintendo 64 veröffentlicht und ist noch nicht auf Virtual Console erschienen.


    Ist das Spiel für euch immer noch ein gut spielbarer Anfang für die Serie oder ist er durch seine Nachfolger überflüssig geworden?

  • Also, für mich ist das überflüssig, da quasi MP2 erst der Grundbaustein für die nachfolgenden Partys war. Klar, das MP hat das Prinzip erfunden, aber es ist eigentlich kompletter Betrug, da es gescripted ist und das Spiel entscheidet, wer gewinnt. Wenn man z.B. 18 Coins hat und 7 blaue Felder vor sich und dann einen Stern und das Spiel nicht will, dass man gewinnt, kann man so oft savestaten, wie man will: man wird immer mehr als :7: würfeln. Damals, als es keine anderen MPs gab, war es sicher geil, aber seit dem Erscheinen von MP2 finde ich es überflüssig.
    Außerdem hatte es creepy Werbung und den Handschuh-Skandal xD

  • Ich spiele das Spiel zur Zeit auf meinem Retroid Pocket Mini, und bin überrascht, dass ich eine Runde komplettiert und diese auch noch gewonnen habe!


    Gleichzeitig fällt natürlich auf, wie stark das Spiel gealtert ist: die Charaktere haben gefühlt nur drei Voice-Samples, es gibt ein paar Flops unter den Minigames (wenn auch nicht so viele wie in anderen Mario Partys - auf Anhieb fällt mir jetzt dieses Röhrenspiel mit der Schatztruhe ein, was für mich einfach nur überflüssig ist), keine Items, und natürlich die Tatsache, dass die Würfelzahlen schon vor der Runde festgelegt werden.


    Allerdings gefallen mir die vorgerenderten Hintergründe ganz gut, z.B. auf dem DK-Brett. Es erinnert teilweise ein wenig an die vorgerenderten Hintergründe aus den PS1-Final Fantasys. Bin mal gespannt, wie die nächsten Bretter sind.


    Im Übrigen finde ich das Spiel besser gebalanced als das neueste Mario Party - Mario Party Jamboree. Da man in Minispielen auch Münzen verlieren kann, sorgt dies dafür, dass nicht alle Spieler extrem viele Münzen haben. Bowsers Roulette ist auch ganz nett, vor allen Dingen mit den Minigames, wo alle Verlierer ordentlich Münzen abdrücken müssen! Und die Felder mit dem Aussetzen / Zusatz-Zug und den 1-Spieler-Minigames könnten auch wieder eingeführt werden!


    Mit anderen Worten: Hudson hat mit dem ersten Mario Party bereits fast alles richtig gemacht! Aber gut, ich habe bisher nur ein Brett gespielt... vielleicht ändert sich meine Meinung noch! 8o

  • Mario Party 1 ist wohl das gemeinste der Mario Partys, weil es wirklich sehr oft Münzen abziehen kann und Bowser hier wirklich fies sein kann im Vergleich zu anderen Spielen. Noch auf dem N64 beschenkt er einen in Mario Party 3 (meiner Ansicht nach grundsätzlich eines der Top-Mario-Partys) gern mit Handys und Anzügen, und hat sonst auch ein paar relativ neutrale Effekte, hier in Mario Party 1 ist er allerdings tatsächlich eine ernstzunehmende Bedrohung und zieht gern fett Münzen oder gar Sterne gab oder quält einen mit unfairen Minispielen. Grundsätzlich können aber auch normale Minispiele Münzen abziehen und gerade die 1vs3-Minispiele sind hier beabsichtigt unbalanciert, speziell fällt da etwa das Minispiel "GroßesMünzprügeln" auf, wo der Einzelspieler nie etwas gewinnen kann und die anderen sich an ihm bereichern können und der Einzelne dann im Prinzip nur Schadensbegrenzung betreiben kann. Damit hat Mario Party 1 auch seinen eigenen Charme, da es hierdurch natürlich auch unterhaltsame Wendungen geben kann. Und gerade im Vergleich zu den neueren Teilen, die leider gern etwas zu viel Geld verteilen, ist es durchaus mal interessant, um sein Geld wirklich kämpfen zu müssen.


    Sonst aber fehlen mir bei Mario Party 1 schon die Items ziemlich stark, da es mir auf dem Brett so das Gefühl gibt, nicht viel Kontrolle zu haben, und ich somit auch im Vergleich zu vielen anderen klassischen Mario Partys eher einen stärker ausgeprägten Glücksaspekt sehe. Allgemein gibt es, auch wenn des grundlegende Prinzip der Mario Party-Reihe im Wesentlichen schon hier existiert, noch einige ungewöhnliche Konzepte oder Mechaniken in den Minispielen oder Brettern. Spontan fällt mir hier auch das Minispiel mit den Röhren etwa ein, wo 3 der 4 Spieler absolut nichts tun können, in anderen Spielen wie dem mit dem Boot wo man den Stick drehen muss kanns sein dass man sich damit ziemlich stark verausgabt und dann am Ende keiner was dafür kriegt. Mario Party 2 hat im Prinzip alle grundlegenden Aspekte genommen und einige der ungewöhnlichen Mechaniken rausgenommen, sodass das dann eigentlich die Grundlage für alle weiteren Mario Partys war. Items sind dort dazugekommen, Kampfminispiele gibt es, die Minispiele wurden balanciert designt (bzw. ist das zumindest intendiert), Münzabzug ist bei regulären Minispielen nicht vorgesehen bzw. gibt es hier grundsätzlich im Regelfall den Standard mit 10 Münzen für einen Sieg), auch die Bretter sind von der Dynamik her mit den Items und den Mechaniken eher vom Gefühl her die Grundlage für die späteren Teile, als die aus dem ersten Teil. Die guten Minispielkonzepte aus dem ersten Teil gibt es, teils in veränderter Form, auch in 2, und die unbalancierten Spiele wurden rausgenommen. Aber zugleich hat man auch den Charme der Fiesheit, die Mario Party 1 hat, in der Form so auch dann eben nirgends mehr. Und irgendwie ist es auch interessant, die erste Version zu sehen, und welche Besonderheiten die hat. Aber vor allem von dem Gefühl von Kontrolle und Strategie am Brett rangiert Mario Party 1 bei mir letztendlich eher ziemlich weit hinten bei den klassichen Mario Partys.